• Blumen im Hotelgarten | Alpenresort Schwarz, Wellnesshotel Österreich
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Über Gedanken, Emotionen und Erfahrungen im Rahmen der Covid19 Krise

Best Alpine Wellness Hotels mit Martha und Franz Pirktl

Wenn plötzlich alles anders wird..

Isa im Talk mit Martha und Franz Pirktl

Wir befinden uns im Jahr 1964. Franz Pirktl und seine Frau Martha haben einen Traum. Sie übernehmen das kleine Landgasthaus “Schwarz” und empfangen die ersten Sommerfrischler. Unter den Apfelbäumen steht die Zeit still. Vom ersten Augenblick an verlieben sich die Gäste in die Herzlichkeit ihrer Gastgeber, in die gute Küche und in die Idylle des Mieminger Sonnenplateaus. Sie kommen wieder und bringen neue Gäste. Freundschaften entstehen. Ideen wachsen. Eine gelebte Gastlichkeit, unermüdlicher Fleiß und innovatives Denken ließen das kleine Gasthaus über die Jahre zum ganzjährig geöffneten Alpenresort Schwarz werden. Ein Kraftort der herzlichen Begegnung, des Wohlbefindens und der Weiterentwicklung.

Ein paar Tage vor der Wiedereröffnung am 5. Juni 2020 sitze ich mit Martha und Franz im Hotelgarten. Unser langjährigster Mitarbeiter Markus – er arbeitet inzwischen seit 45 Jahren im Hotel – renoviert die Steinfliesen im Poolbereich, ein paar wenige Gastgeber sind hie und da zu entdecken. Sie bereiten alles vor. Mit Liebe zum Detail. Das ist unsere Sprache. Ansonsten ist alles ruhig, beinahe gespenstisch still. Ein Virus hat in den letzten Monaten unser aller Leben verändert und ich frage mich, welche Gedanken unseren Seniorchefs in dieser herausfordernden Zeit durch den Kopf gegangen sind.

Isa: An welchem Tag haben Sie erfahren, dass das Alpenresort Schwarz für unbestimmte Zeit schließen muss? Wie haben Sie diesen einschneidenden Moment erlebt?

Martha Pirktl: Es war Freitag, der 13. März 2020. Ein bezeichnendes Datum. Am 15. März mussten wir schließen. Ich fragte mich: wie lange kann man so eine Situation als Betrieb aushalten? Wie kann das finanziert werden? Dass es letztlich drei Monate dauern würde, hätte ich mir zu Beginn nicht gedacht.

“Franz hat an die Technik gedacht und ich an die Kosten.” - Martha Pirktl

Franz Pirktl: Nachdem wir seit zwanzig Jahren durchgehend geöffnet haben, habe ich mir überlegt, wie so ein Haus technisch still gelegt werden kann.

Isa: Mit welchem Gefühl verabschiedeten Sie die letzten Gäste vor dem Lockdown?

Martha Pirktl: Wir sind am 11. März vom Urlaub gekommen und unsere Tochter Heidi hatte uns als Ärztin sofort unter Quarantäne gestellt. Wir durften sozusagen nicht mehr zu den Gästen, so hat man sich über Facebook oder telefonisch verabschiedet. Unsere Gäste sind sehr treu und anhänglich. Das ist schön.

Isa: Gab es eine Zusammenkunft mit Franz-Josef und Katharina, Thomas und Heidi? Wie haben Sie weiteres Vorgehen besprochen?

Franz Pirktl: Die Bestimmungen waren zu Beginn noch unklar, vor allem, wie lange die Schließung dauern würde. Da waren Aussagen von einem Monat bis hin zum nächsten Jahr. Wobei ich mir den Monat nicht vorstellen konnte und das nächste Jahr überhaupt nicht. Als Familie konnten wir uns nicht sehen, da haben wir uns telefonisch ausgetauscht.

Isa: Wie haben Sie die Auswirkungen der Covid19 Krise wahrgenommen? Wie ist es Ihnen dabei ergangen?

Martha Pirktl: Wir bekamen die Lebensmittel geliefert, doch sonst hat sich für mich persönlich wenig verändert. Ich war immer im Garten und habe mich um die Blumen gekümmert. Mein Leben hat sich gleich fortgeführt. Das war bei meinem Mann anders. Er war mit der ganzen Technik beschäftigt. Da hat man schon gemerkt, dass etwas Großes los ist. Vier Häuser “einzufrieren” ist schon eine gewaltige Aufgabe. Die Jungen haben alles hervorragend gemanagt. Die ganze Organisation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Schließung, und jetzt die Vorbereitung auf die Wiedereröffnung. Katharina und Franz-Josef waren regelmäßig mit Kollegen in Kontakt und haben sich ausgetauscht.

“Mein Garten hat nichts gemerkt von der Krise, nur die Unterhaltung mit den Gästen fehlte. Wenn das Leben im Hotel nicht mehr stattfindet: das ist arg.” - Martha Pirktl

Franz Pirktl: Mein Computer hat immer funktioniert. Ich hatte fast mehr Arbeit als vorher, da wir in der Zeit viele Renovierungsarbeiten und Instandhaltungen gemacht haben. Da war viel zu organisieren. Ich war überall involviert. Zudem habe ich die ganzen Informationen genau beobachtet, die von der Regierung ausgegangen sind. Speziell habe ich mir alle positiven Sachen herausgefiltert. Ich hab immer die Nachrichten in Österreich und in Deutschland verfolgt und war zuversichtlich, dass sich da auf jeden Fall bald etwas tun wird.

“Ich habe immer versucht, die möglichst ehesten positiven Entwicklungen für unser Haus zu eruieren. Jeder einzelne Gast ist wertvoll und immer willkommen. Mit diesem Gedanken habe ich damals den Ganzjahresbetrieb aufgebaut. In den sogenannten toten Zeiten haben wir den Gästen am meisten Aktivitäten angeboten. ” - Franz Pirktl

Isa: Wie ist es Ihnen in der Zeit der Isolation ergangen? Was fiel Ihnen besonders schwer?

Martha Pirktl: Die ersten Wochen geht das, doch irgendwann ist es genug. Man vermisst die Gäste und Mitarbeiter, einfach das Leben. Wir sind froh, wenn das normale Leben wieder weiter geht.

“Jahrzehnte lang haben wir aufgrund unserer Arbeit im Hotel nie miteinander gegessen. Jetzt hat mein Mann hat jeden Tag gekocht. Wir haben in der Krise zum ersten Mal ein normales Familienleben erlebt. Das war eine schöne Erfahrung.” - Martha Pirktl

Franz Pirktl: In der Zeit der Isolation hat man einen anderen Blick für die Natur und fürs Abschalten bekommen. Man wusste, es gibt keine Termine und es ist nirgendwo etwas los. Was mich am meisten beeindruckt hat, war der Frieden und die Vielfalt der Natur. Ich war fast jeden Tag allein auf der Stöttlalm.

“Da springen Rehe über den Golfplatz, Vögel zwitschern, Eichhörnchen hüpfen umher, alles blüht. Eine Idylle, die schöner nicht sein kann. Früher habe ich das nie so bewusst registriert. Jetzt kann ich gut verstehen, warum unsere Gäste so begeistert sind.” - Franz Pirktl

Isa: Wie haben Sie die Maßnahmen der Regierung im Bereich der Hotellerie empfunden?

Franz Pirktl: Eigentlich sehr logisch. Man hätte sich die Lockerungen früher gewünscht, aber so war es.

Isa: Am 5. Juni dürfen wir wieder unsere ersten Gäste willkommen heißen. Was bedeutet das für Sie?

Franz Pirktl: Wir mussten uns alle fügen. Jetzt merkt man allmählich was es heißt, wenn man wieder freier wird. Was ich gut gefunden habe, war die Solidarität gegenüber den älteren Menschen und den sozial schwächeren.

“Unsere Herzensbotschaften und Aussendungen in den Social Media Kanälen haben mir sehr gut gefallen. Man merkt, dass man mit den Stammgästen und den Gastgebern wie in einer großen Familie verbunden ist.” - Franz Pirktl

Isa: Haben Sie durch die Krise etwas Neues über sich erfahren dürfen? Welche positiven Aspekte haben Sie mitgenommen?

Franz Pirktl: Die Natur und die Umgebung habe ich bewusster wahrgenommen. Ansonsten ist der Lebensrhythmus mit Arbeit und Ruhen unsere große Freiheit. Man hat das Gefühl der Verbundenheit unserer Mitarbeiter zum Betrieb mitbekommen. Das ist eine schöne Erfahrung. Für mich auch eine Aufforderung, so schnell wie möglich für einen selbst und für alle Gastgeber die weiteren Tätigkeiten zu ermöglichen. Diese Verbundenheit ist ein Auftrag für einen Unternehmer.

“Man soll eine Arbeit haben. Man soll aber auch ruhen können. Das ist für mich die Freiheit. Im Haus bleiben und auf Distanz gehen – das bedeutet Einschränkung.” - Franz Pirktl

Isa: Wofür sind Sie dankbar?

Franz Pirktl: In erster Linie bin ich dafür dankbar, dass es dank aller Verordnungen nicht so schlimm gekommen ist, wie es unter Umständen vorhergesagt worden ist. Als ich die Bilder von Italien, insbesondere von der Lombardei, gesehen habe… das war schrecklich. Ich denke, dass solche Berichterstattungen der Hauptgrund waren, warum sich die Leute bei uns so beispielhaft verhalten haben.

Martha Pirktl: Wir sind dankbar, dass wir hier in einer Idylle wohnen, die einem das Gefühl der ‘heilen Welt’ gibt. Wir wurden an diesen schönen Platz geboren und dafür sind wir dankbar.

Isa: Mit welchen Gedanken und Wünschen möchten Sie in den Sommer gehen?

Franz Pirktl: Wir freuen uns wieder sehr auf die Arbeit im Hotel. Wir hoffen, dass alle gesund bleiben und alle gemeinsam dazu beitragen werden, dass man so ein Leben wie vorher weiterführen kann. Es sind alle betroffen. Wir als großes Unternehmen, aber auch jeder einzelne. Jeder braucht Arbeit. Wenn es einem Kleinunternehmer nicht gut geht, geht es auch uns nicht gut. Nur wenn sich das Rad dreht, ist die Welt auch etwas lebenswerter. Es gibt bei allem eine Auferstehung.

“Es ist ein Kreislauf. Jeder hatte seine Arbeit, jeder hat etwas verdient. Es muss allen gut gehen. So soll es wieder sein. Das hoffen wir.” - Martha Pirktl

Martha Pirktl: Die Hoffnung, dass wir alle gesund bleiben. Mehr brauchen wir nicht.

Tief berührt und im Bewusstsein, dass dieses Gespräch noch lange nachwirkt, verabschiede ich mich von unseren Seniorchefs Martha und Franz in Zuversicht und Dankbarkeit.

Wir freuen uns auf unseren Neubeginn mit Euch.

Auf bald im Alpenresort Schwarz

Wir schauen aufeinander! Achtsamkeit für einen gelungenen Urlaub. Weitere Informationen finden Sie hier.