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#myAlpineLifeBalance
  Ein Hotel wie ein Dorf

Ein Gespräch mit Anna und Franz V. Gmachl , die in achter Generation das traditionsreiche 4-Sterne-Superior-Hotel Gmachl in Bergheim bei Salzburg führen, über Familiengeschichte und das spezielle Genussdorf-Gmachl-Feeling

"Wenn man sich den Webauftritt des Best Alpine Wellness Hotels Gmachl anschaut, dann ist dort die Rede vom "Genussdorf Gmachl". Und auf dem "Dorfplan", den man dort anschauen kann, sieht man, dass es neben den klassischen Hotel- und Wellnessbereichen auch "Franz, den Brauer" gibt, "Franz, den Metzger" und "Franz, der Wirt" - also eigentlich wirklich eine Art dörfliche Mini-Infrastruktur. Wie kommt das?" 

FRANZ GMACHL: Das hat mit unserer Familien- und mit der Hausgeschichte zu tun. Das Haus steht am Dorfplatz, war früher ein wirklicher Gemeinschaftsort. Der Arzt war zum Beispiel bei uns direkt im Haus untergebracht. Hier war immer der zentrale Ort für die Einheimischen in Bergheim. 

ANNA GMACHL: ... aber auch für die Reisenden die hier die Pferde getränkt haben, Halt gemacht haben, auch übernachtet haben. Das waren die Wurzeln des späteren Beherbergungsbetriebs.

FRANZ GMACHL: Und es gab immer handwerkliche Berufe in der Familie Gmachl und früher auch eine Landwirtschaft. Mein Großvater, der heute 94 ist, war selber noch Metzger. Früher hat es das öfters gegeben, ein Gasthaus mit einer Metzgerei. Mein Großvater hat die Metzgerei auch noch gleichgestellt neben Gastronomie und Beherbergungsbetrieb. In den Jahrzehnten danach hat sich dann der Hotelteil immer mehr entwickelt. 1990 haben meine Eltern von den Großeltern übernommen und sukzessive die schöne Natur genutzt, um ein Urlaubshotel daraus zu machen. Aber als ich ins Hotel gekommen bin, hatten wir noch 50% Food & Beverage-Umsatz, also sehr viel Gewicht auf der Gastronomie. 


"Und aus dem Urlaubshotel wurde in den letzten Jahren ein Wellnesshotel ..."

FRANZ GMACHL: So richtig los ging es mit dem Wellnessthema erst in den letzten zwei, drei Jahrzehnten. 2016 haben wir dann das Spa am Dach gebaut, das bei den Gästen sehr beliebt ist. 2020 haben wir die Wellnessinfrastruktur im Hang neu gebaut. Und wir merken durch das Feedback der Gäste, wie wichtig das war. Früher war das Bett ein Mittel zum Zweck, es ging mehr um Speis und Trank, jetzt kommen die Gäste dezigiert aufgrund unseres Konzepts zu uns und nicht nur, weil sie eben hier in der Gegend zu tun haben, wegen der Stadt Salzburg oder der Festspiele.

ANNA GMACHL: Aber wir liegen natürlich gut, um die Salzburger Festspiele mit Wellness und Genuss zu verbinden. 

FRANZ GMACHL: Festivalzeit in Salzburg ist immer noch Ausnahmezustand. Man muss wirklich sagen, es läuft sehr gut mit den Festspielen, die Wertschöpfung für die Region ist enorm. Nach wie vor ist das bei uns Hauptsaison, nach wie vor kämpft man sich bei uns im August um Zimmer.

"Wenn ich mitten in der Küche stehe, dort das Leben spüre, jemand Fleisch zerlegt, Suppe angesetzt wird, ich in Gesprächen bin mit den Lieferanten, einfach voll mittendrin bin im Geschehen, dann fühle ich mich wohl. Das ist für mich Genussdorf-Feeling."
Franz V. Gmachl

"Dieses Konzept beschreibt ihr in zwei Begriffen: Genussdorf Gmachl. Zum dörflichen Charakter gesellt sich bei euch der Genuss ..."

FRANZ GMACHL: 2016 haben wir das Genussdorf Gmachl als Gesamtkonzept entwickelt. Wir wollten uns nicht als Resort vermarkten, sondern als kleines Dorf im Dorf. Wir haben hier auf dem Areal auch immer so eine Kleininfrastruktur wie in einem Dorf, die über Jahrzehnte, teils Jahrhunderte so entstanden ist und die auch gar nicht schlecht ist. Wir produzieren viele Produkte selber wie in einem Dorf, und auch der Verkauf funktioniert sehr gut bei uns, ...

ANNA GMACHL: ... wobei sich der Genuss in der Marke Genussdorf Gmachl nicht nur auf das kulinarische bezieht. Wir bieten mit Dach-, Garten- und Hang-Spa auch viel Wellnessgenuss für Körper und Seele. Es ist wirklich ein ganzheitliches Genusskonzept. Erholung, gut schlafen, eine schöne Aussicht, das sind ganz viele Aspekte, die man genießen kann und die eine Rolle spielen.

FRANZ GMACHL: Es geht bei uns auch sehr um den Luxus der einfachen Dinge, die man genießen kann. Darauf möchten wir den Fokus legen.

ANNA GMACHL: Das wissen auch die Einheimischen zu schätzen. Wir haben sehr viele einheimische Gäste, in Ausnahmefällen kommen sie sogar zu Fuß in den Urlaub. Der klassische Urlauber im Genussdorf Gmachl ist wahrscheinlich auch zu 90% im Haus, der kommt dezidiert wegen unseres Angebots, und bleibt circa drei bis vier Tage, in denen er sozusagen geballt genießt. Man kann auch von uns aus mit dem Rad in die Stadt Salzburg fahren oder ins Seengebiet. Man hat also beides direkt vor der Hoteltür, Stadt und Land.

"Es ist ja eine sehr traditionsreiche Hoteltür, wenn man recherchiert: Das Gmachl gibt es schon seit 1787, ihr beide leitet den Betrieb in achter Generation. Wie ist das, als Franz V. in so einem traditionsreichen Familienbetrieb zu arbeiten oder eher: zu leben?"

FRANZ GMACHL: Wir hatten eigentlich immer ein ganz normales Familienleben, sind nur in einem Hotel ausgewachsen. Es war nie das Hotel wichtiger als die Familie. Ich habe ja auch Geschwister, die nicht im Hotel arbeiten. Meine Eltern haben sich viel Zeit für uns genommen, und das versuchen wir jetzt auch bei unserem Sohn Franzi so zu machen. Natürlich gibt es gesunde Reibungen, wenn man zu viert einen Betrieb führt, wie das bei uns jetzt der Fall ist mit meinen Eltern, die auch noch in der Geschäftsführung sind. Man muss nicht immer einer Meinung sein, darf auch manchmal ein bissl stur sein (lacht).

ANNA GMACHL: Und deine Eltern lassen uns auch neue Dinge ausprobieren, muss man sagen. Auch wenn sie manchmal vielleicht nicht klappen (lacht).

FRANZ GMACHL: Wir schauen auch darauf, dass wir für uns bleiben, als Familie. Man kann nicht permanent verfügbar sein für Gäste und Mitarbeiter. Aber man muss natürlich im Hintergrund immer schauen, dass alles läuft. Und es ist schön, wenn man dann das Feedback bekommt, dass alles passt im Haus. Das ist auch für das Team wichtig. Ich muss auch sagen, wenn ich den Gästekontakt nicht habe, dann strengt mich manches viel mehr an - Behördentermine, Büroarbeit. Deshalb sind wir ja auch Gastgeber.

Familie Gmachl | Genussdorf Gmachl

"Und wo kommt bei dir Genussdorf-Feeling auf, was ist der schönste Platz im Genussdorf Gmachl für dich, Anna?"

ANNA GMACHL: Der schönste Platz ist für mich nach wie vor unser Pool am Dach. Ich weiß noch genau, wie ich zum allerersten Mal darin geschwommen bin - der Blick auf die Festung Salzburg, das ist einfach unglaublich. Das war wirklich: Wow!

Vielen Dank für das Gespräch!